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Dienstag, 26. Mai 2026

Lifestyle

Meister aller Klassen

In Frankreich zelebriert man das Leben – und tut dies gern mit einem Glas Wein. Welcher dafür der richtige ist, weiss Philipp Schwander, der als erster Schweizer die weltweit schwierigste Weinprüfung zum Master of Wine bestanden hat.


LIFESTYLE



Biarritz gibt in dieser Ausgabe den Ton an. Herr, Schwander, welche interessanten Weine gibt es dort an der französischen Atlantikküste? 
Biarritz entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem der mondänsten Badeorte der Hautevolee und bietet bis heute eine faszinierende Mischung aus französischem Raffinement und baskischer Kultur. Von Interesse in der weiteren Region sind die Weine des Bordelais sowie jene der Rioja, einer der wichtigsten Anbauregionen Spaniens. Lokale, ziemlich rustikale Tropfen sind Irouléguy und Txakoli, ein sehr säurebetonter Weisswein, der einen robusten Magen voraussetzt.



Was bietet das Baskenland in Sachen Gastronomie? 
Es ist ein wahres Mekka für Gourmets, insbesondere das nur 50 Kilometer entfernte San Sebastián, wobei auch Bilbao kulinarisch aufholt. Im Gegensatz zu Frankreich sind dort zudem die Preise in den Nobelrestaurants vergleichsweise vernünftig geblieben. Berühmt ist der Bayonne-Schinken, der eigentlich aus der Umgebung von Orthez stammt, das sich etwa eine Autostunde von Biarritz entfernt befindet. 



Was muss man über die Anbauregion Rioja wissen? 
Die Rioja ist eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Europas und verfügt mit 60 000 Hektaren über eine etwa viermal so grosse Anbaufläche wie die der gesamten Schweiz. Massgebliche Impulse verliehen der Region im 19. Jahrhundert französische Winzer, vorwiegend aus dem Bordelais, die ihre Produktion aufgrund der sich ausbreitenden Reblausplage in die Rioja verlagerten. Dreiviertel der Ernte entfallen auf Rotweine, wobei Tempranillo die wichtigste rote Traubensorte darstellt; sie erbringt mittelkräftige, meist geschmeidige und abgerundete Weine mit sehr viel Charme. Als «Crianza» wird ein Rioja bezeichnet, der mindestens zwei Jahre gereift ist und davon mindestens ein Jahr im Fass. «Reserva» darf sich ein mindestens drei Jahre alter Wein nennen, der ebenfalls mindestens ein Jahr im Fass ausgebaut wurde. Die insgesamt 20 000 Winzer keltern Weine höchst unterschiedlicher Qualität: Das Spektrum reicht von miserabel bis exzellent. Die Wahl der Produzenten ist daher von entscheidender Bedeutung. Zwei besonders gelungene Beispiele finden Sie in unserer Degustationsbox, die Sie als INSIDE-Leser zum Vorzugspreis bei uns bestellen können.



Und die Bordeaux-Weine sind wahrscheinlich wahnsinnig teuer? 
Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Von den rund 5000 Bordelaiser Produzenten verkaufen tatsächlich nur etwa 300 ihre Weine zu sehr hohen Preisen. Man kann in Bordeaux Weine entdecken, die hinsichtlich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses kaum zu übertreffen sind! Leider gibt es aber auch massenhaft minderwertige Erzeugnisse. Um Trouvaillen aufzuspüren, ist daher ein profundes Fachwissen erforderlich, ansonsten drohen viele Enttäuschungen. Für die PKZ-Kundschaft habe ich zwei exzellente, bezahlbare Bordeaux selektioniert. Ich bin sehr gespannt, wie sie Ihnen munden.



Wie unterscheidet sich ein Bordeaux-Wein denn überhaupt von einem Rioja? 
Für Laien sind Rioja-Weine oft zugänglicher, weil sie geschmeidiger und runder sind, was vor allem auf die Traubensorte Tempranillo zurückzuführen ist. Die Schalen der wichtigsten Bordelaiser Rebsorten Cabernet und Merlot sind dicker, was in der Regel zu gerbstoffbetonteren und herberen Gewächsen führt. Die grossen Bordeaux langweilen nie und zählen zu Recht zu den besten Weinen überhaupt. 



Ihr Konzept sind qualitativ hochwertige Weine, die preislich in einem vernünftigen Rahmen liegen. 
Genau, deshalb führen wir fast keine berühmten Namen. Viele unserer Kunden haben zwar auch teure Gewächse im Keller, von uns erwarten sie aber etwas anderes, nämlich hochwertige Alltagsweine, die einfach viel Freude beim Trinken bereiten. Teure, gute Weine zu verkaufen, ist keine Kunst – die wahre Herausforderung besteht darin, Gewächse zu entdecken, die bei bescheidenem Preis eine hohe Qualität bieten.


Was bedeutet das konkret? 
Ich suche sozusagen die Van Goghs unter den Winzern: Bauern, die gute Weine erzeugen, aber keine Marketing-Genies sind und deshalb auch keine überrissenen Preise verlangen können. Zahlreiche Weinhändler sind darauf angewiesen, prominente Namen anzubieten, da ihnen die Autorität für Unbekanntes fehlt. Ich habe das Glück, auch No-Name-Produkte erfolgreich verkaufen zu können. Voraussetzung ist aber, dass wir stets Spitzenqualität liefern. Das Vertrauen darf nie missbraucht werden. Deshalb vergleiche ich unsere Weine immer mit den hochwertigsten Konkurrenzprodukten, um sicherzustellen, dass sie in ihrer Kategorie zu den Besten gehören.



Spezialangebot von Philipp Schwander für PKZ-Kundinnen und Kunden


GUTER WEIN MUSS NICHT TEUER SEIN
 
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