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DIE WELT ALS INSPIRATIONSQUELLE

Teppich «Ennenda» (M.), «Filzbach (r.)

Zierkissen «Tödi»

GRENZENLOSES DESIGN

Was macht eigentlich Schweizer Design aus? THE LOOK MAGAZINE sprach mit Christoph Hefti, vielfach ausgezeichneter Textildesigner, der erstmals seine angestammte Domäne Mode um textile Dessins für Interieur erweitert hat.

 

Der Preisträ­ger des Grand Prix Design der Schweizerischen Eidgenossen­schaft 2009 hat für Atelier Pfister für die neue Saison eine Kollektion mit Bettwäsche, Zier­kissen, Möbel­ und Vorhangstoffen sowie Teppichen entwor­ fen. Die entstandenen Muster tragen Schwei­zer Namen: «Braunwald», «Tödi» und «Ennenda» zum Beispiel, als Hommage an den Bürgerort des Glarners Christoph Hefti. Der pendelt zurzeit ständig zwischen der Schweiz, Paris, Brüssel und Mailand, grenzenloses Arbeiten sozusagen. Der Grund: Christoph Hefti kümmert sich bei jedem seiner Entwür­fe auch im wahrsten Sinne des Wortes eigenhändig um die Entwicklung der Produkte.

 

Es ist ihm wichtig, denn er, der schon ganz früh die Schweiz ver­lassen hat, um nach London an die renommierte Central St. Martin’s School of Art and Design zu gehen, weiss, dass man als Designer jede Form von Gren­zen verlegen muss. «Mit den heutigen technischen Möglichkeiten könnte man natürlich auch von der Schweiz aus schaffen», sinniert Christoph Hefti, «für mich als Designer aber ist es nicht genug, nur zu zeichnen, die Entwürfe zu verschicken und auf das Produkt zu warten.» Der vielseitige Künstler, der sich auch mit Videoinstallationen einen Namen gemacht hat, will ganz nah am Handwerk sein.

 

Für die Atelier­-Pfister-­Textilien ging Christoph Hefti direkt dorthin, wo sie entstehen, er hat Fäden und Farben mit ausgewählt und versucht, zu verstehen, wie und warum genau ein Weber oder Teppichknüpfer arbeitet. «Oder schauen Sie sich die Filzteppi­che an», deutet der leidenschaftliche Kosmopolit auf die Linie «Filzbach» für Atelier Pfister. «Filzen ist eines der ältesten Textilhandwerke. Wir haben diese Teppiche in der letzten Filzma­cherei der Türkei machen lassen. Alles wird per Hand nach Jahrhunderte alten Traditionen produziert, heute arbei­ten nur noch ältere Männer dort, das Handwerk droht, auszusterben.» Es habe ihm gutgetan, ganz neu an etwas heranzugehen, die Komfortzone der Mode zu verlassen und sich mit völlig neuer Materie zu befassen. Die Welt der Teppiche hat ihn schlussendlich so fasziniert, dass Christoph Hefti seine erste eigene Teppichkollektion «Christoph Hefti Rugs» plant, made in Nepal, dort ist er ebenfalls persönlich dabei. «Design ist auch ein physikali­scher Prozess», erläutert er. «Ich glaube an die direkten Kontakte; man merkt es einem Produkt an, wenn es mit Hin­gabe und Engagement und ganz viel Verständnis für Handarbeit und für die Menschen, die einbezogen sind in den gesamten Prozess, hergestellt wurde.» In den Augen von Christoph Hefti ist genau das gutes Design, und die Eingangsfrage, was Schweizer Design eigentlich ausmache, beantwortet der Enthusiast mit einer Aufforderung: «Die Grenzen sollten verschoben werden oder sogar ganz verschwinden. Physisch und mental. Entwerfen über den eigenen ‹Tellerrand› hinaus.»

Mehrere Farben erhältlich